In Deutschland wächst der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter: Laut neuesten Statistiken wurden im Jahr 2024 nur etwa 251.900 neue Wohnungen fertiggestellt – dies bedeutet einen Rückgang von rund 14 % gegenüber dem Vorjahr und liegt weit hinter dem offiziellen Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr.
Gleichzeitig zeigt eine Studie des Bundesinstitut für Bau‑, Stadt‑ und Raumforschung (BBSR), dass Deutschland bis zum Jahr 2030 jährlich rund 320.000 Wohnungen neu errichten muss, um die bestehende Nachfrage zu decken.
Die Ursachen für diese Diskrepanz sind vielfältig: Baukosten explodieren, Verzögerungen bei Genehmigungen häufen sich, und viele Bauprojekte werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Besonders in den großen Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt am Main ist die Lage kritisch – hier entstehen Jahr für Jahr Zehntausende Einheiten zu wenig.
Was bedeutet das für Mieterinnen und Mieter sowie junge Familien? Zum einen steigen die Mieten in vielen Regionen weiter, da das Angebot kaum mit der Nachfrage mithält. Zum anderen wird der Weg in die eigene Wohnung oder das Eigenheim schwieriger – denn wer heute eine Wohnung oder ein Haus erwerben will, sieht sich mit hohen Preisen, anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen und limitiertem Angebot konfrontiert.
Die Bundesregierung reagiert: Mit dem sogenannten „Bau‑Turbo“ sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt, Bauvorschriften vereinfacht und kommunale Bauflächen besser genutzt werden. Doch Expertinnen und Experten warnen: „Das Gesetz allein wird keinen einzigen Neubau sofort schaffen.“ Der Aufbau des Wohnungsbestands braucht Zeit – und bisherige Verzögerungen wirken noch nach.